Archiv der Kategorie: Stadtentwicklung

Urban Studies

Das Symposium „Wither Urban Studies“, das im November 2012 in Manchester stattfand, gibt einen guten Einblick in die aktuellen Debatten im Bereich Urban Studies.

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Zäune in der Südstadt

Am Freitag, den 10.10.2012 fand ein Bürgerforum zur Rückgabe der US-Flächen in der Südstadt statt. Die ersten 90 Minuten wurden von Vorträgen des Oberbürgermeisters und den von der Stadt engagierten Moderatoren und Stadtplanern eingenommen. Danach wurden die Bürger aufgerufen, an verschiedenen thematischen Stellwänden über die Entwicklungsmöglichkeiten in der Südstadt zu diskutieren. An jeder Stellwand wartete ein Moderator, der die Äußerungen der Anwesenden auf Kärtchen schrieb und zu sortieren versuchte.

Ich entschied mich für die Stellwand „Freiraum“, wo bereits eifrig über die weitläufigen Grünflächen auf den US-Liegenschaften, die bald in den Besitz des Bundes übergehen werden, diskutiert wurde. Mir fiel auf, dass ein ganz wesentliches Thema fehlte: Die langen Zäune, die nicht nur die militärischen Gebäude, sondern auch die Wohngebäude auf den US-Flächen seit etwa zehn Jahren hermetisch abriegeln. Das gilt auch für die Gebäude im Hohlbeinring, die bereits an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zurückgegeben wurden und die nun vom Studentenwerk als Studentenwohnheim genutzt werden.

Wann werden diese Zäune verschwinden? Nachdem ich dies zur Sprache gebracht hatte, wurde eine entsprechende Karte angefertigt und von den Umstehenden kam breite Zustimmung. Viele können sich noch an die Zeiten vor dem 11. September 2001 erinnern, als die Südstadt noch ein weitaus offeneres Stadtgebiet war.

Keine Streitfragen bei der Bürgerbeteiligung?

Als die Moderatoren dann zu später Stunde ihre Ergebnisse vorstellten, war ich überrascht, dass der Moderator des Themenschwerpunktes „Freiraum“ gerade die Zäune nicht von selbst zur Sprache brachte. Als diese Frage aus dem Auditorium heraus aufkam, erklärte der Moderator, dieses Thema sei recht kontrovers diskutiert worden, einige seien dafür, dass die Zäune weg müssten, andere seien aber für einen Verbleib der Zäune gewesen, da sie Kindern Sicherheit vor der Römerstraße bieten könnten und weil sie ja viel gekostet hätten. Daher habe er das nicht erwähnt.

Da ich die Diskussionen beim Themenschwerpunkt „Freiraum“ nicht die ganze Zeit über verfolgt habe, kann ich die Anzahl der Stimmen pro und contra Zäune nicht einschätzen. In der Viertelstunde, die ich dort verbracht habe, gab es jedenfalls keine Befürworter.

Hier offenbaren sich die Schwächen dieser ausgelagerten und moderierten Form der Bürgerbeteiligung. Zum einen scheinen kontroverse Themen zugunsten eines guten Gelingens der Veranstaltung durch die Moderatoren eher ausgeblendet zu werden, zum anderen lässt sich bei der Präsentation unverbindlicher Diskussionen in Menschentrauben später nicht mehr nachvollziehen, wie viele Bürger welche Meinung vertreten haben. Hier besteht die Gefahr, dass Bürgerbeteiligung zur reinen Symbolpolitik wird.

Architektur der Angst – „gated communities“ in der Südstadt?

Wenn es in der Bürgerschaft tatsächlich geteilte Meinungen über die Zukunft der Zäune in der Südstadt gibt, muss diese Diskussion geführt werden. Ich bin der Meinung, dass sie so schnell wie möglich abgebaut und verkauft werden sollten. Die Südstadt, von der es immer wieder heißt, sie sei der „Stadtteil ohne Mittelpunkt“, soll ein offener und begehbarer Ort werden. Um die Militärflächen ins städtische Leben zurückzuführen, müssen die Zäune verschwinden – ansonsten droht die Situation, dass die militärische Struktur noch als Sicherheitsvorteil vermarktet wird. Abgeriegelte Wohnsiedlungen im Herzen Heidelbergs können nicht im Interesse der Bürgerschaft sein.

 


Gentrification Blog

Das Gentrification Blog sammelt Berichte rund um die Aufwertung von Stadtteilen und die damit verbundenen Konflikte. Schwerpunkt ist Berlin.


Pressemitteilungen zu Konversion in Heidelberg

Die Stadt Heidelberg hat einen Webseitenbereich zum Thema Konversion, wo auch die Pressemitteilungen zu diesem Thema gesondert gesammelt sind. Leider gibt es keinen Benachrichtigungsservice für neue Beiträge – für derartige Fälle empfiehlt sich ein externer Service wie beispielsweise watchthatpage.


Sustainable Urbanism: Urban Design with Nature

Eine Vorlesung über nachhaltige Stadtentwicklung von Douglas Farr aus dem Jahr 2009. Sein zentraler Punkt ist, dass sich nachhaltiges Bauen nicht auf einzelne Gebäude beschränken kann, da auf diese Weise mehr Schaden als Nutzen entsteht. Diesen Punkt demonstriert er eindrücklich an Beispielen aus den USA. Farr wirbt für begehbare Quartiere, die es den Bewohnern nicht zur Pflicht machen, ein Auto zu besitzen.


Immobilienpreise und Gentrifizierung

Die taz berichtet über steigende Immobilienpreise und die fortschreitende Gentrifizierung in deutschen Großstädten. Die von Krisenangst getriebene Flucht in das „Betongold“ treibt die Immobilienpreise immer weiter in die Höhe.


Megastädte: Planet der Slums

Wie sieht die Zukunft der Urbanisierung aus? Eine Zusammenfassung des Buches „Planet der Slums“ von Mike Davies (2006) gibt es bei der Bundeszentrale für politische Bildung.


Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung

Wie kann Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung verstanden und umgesetzt werden? Arte widmete sich dem Thema in der Sendung `Mit offenen Karten`. Anschaulich werden dabei Beispiele entfaltet, die auf Chancen und Hindernisse nachhaltiger Stadtentwicklung deuten.


Zur Sache „Konversion“

Rhein-Neckar-Fernsehen: Zur Sache „Konversion“

Bert Siegelmann vom RNF diskutiert mit Norbert Baro ( BIMA), Dr. Konrad Hummel (Stadt Mannheim), Jörg Musial (BIMA) und Joachim Hahn (Stadt Heidelberg) über den Konversionsprozess.


Hochhauskulturen

http://www.taz.de/Urban-Farming-auf-Hochhaeusern/!89702/

Ein interessanter Artikel zu Möglichkeiten der „landwirtschaftlichen“ Nutzung urbaner Flächen.